Teams im Home-Office effektiv und motivierend führen  – Virtuelle Teams erfolgreich führen

Ob Industrie 4.0, Digitalisierung, Agilität, Dynexity – egal welches Stichwort fiel, es war kombiniert mit der Forderung nach digitaler Führung (Digital Leadership), dem Führen aus der Ferne. Zudem forderten die „digitalen Talente“ in den Unternehmen von ihrem Arbeitsumfeld und ihren Vorgesetzten eine Flexibilisierung von Arbeitszeiten und –orten. Doch irgendwie war es in den Unternehmen größtenteils noch nicht soweit.

Das Zeitalter der digitalen Führung ist nun angebrochen!

Ausgerechnet mit der Corona-Krise 2020, in der in nie gekanntem Ausmaß von zuhause im Home-Office gearbeitet wird, war die Notwendigkeit dann quasi über Nacht da, virtuelleTeams/ verteilte Teams effektiv und motivierend zu führen. Was es jetzt braucht ist Remote Leadership.

Mal eben vorbei schauen, kurz mal abstimmen, auf dem Weg noch mal was zurufen, in der Kaffe-Ecke oder im Pausenraum sich informell austauschen, sich von Angesicht zu Angesicht besprechen, noch ebne schnell mal nachfragen, enge Kontrolle und konsensorientierte Abstimmung im ganzen Team fällt erst mal weg, wenn jeder für sich im Home-Office sitzt. Und dort fehlen dann aber das Zugehörigkeitsgefühl und die Anerkennung, der soziale Kontakt und das Gefühl von Sicherheit. Was jetzt folgen muss ist der Schritt vom Management by Walking Around hin zu Leadership by Fernsteuerung.

Wie kann Remote Leadership das alles leisten?

Viele Fragen tauchen mit einmal auf: Sind digitale Tools die Lösung und welche Tool-Suite ist die beste für Remote Leadership? Welche Situationen, welche Themen bzw. Kommunikation sollte am besten über welches digitale Tool (eMail, Telefon, Video, …) erfolgen? Kann man Konflikte remote lösen? Wie kann man persönliche 1:1 Mitarbeitergespräche führen? Wie können Team-Meetings effektiv digital durchgeführt werden? Geht remote on-boarding? Wie gestaltet man eine gute WebConference? Kann man kritische Mitarbeitergespräche remote durchführen? Wie hält man als Führungskraft Dringlichkeit und Fokus aufrecht, wenn die Mitarbeiter im Home-Office sind?

Digitale Tools sind das Vehikel des Remote Leadership

Führungskräfte müssen sich mit digitalen Lösungen auseinandersetzen, die Remote Leadership unterstützen und vereinfachen. Der Informationsaustausch sollte dabei nicht mehr allein über E-Mail und Telefon laufen.

Meetings sollten digital durchgeführt werden können, so werden Reisezeit gespart und alle Team-Mitglieder können ortsunabhängig zusammenkommen. Die zugehörige Meeting Software bietet darüber hinaus die Möglichkeit, Meetings aufzuzeichnen, um andere Team-Mitglieder später abzuholen, die nicht am Meeting teilnehmen konnten.

Task-Planning und Projekt-Management-Software lässt sich heute ebenfalls über eine Cloud einsetzen, um Aufgaben zu verteilen und zu prüfen, ob das Team Ergebnisse rechtzeitig fertigstellt.

Die Führungs-Aufgabe steht auch bei Remote Leadership im Vordergrund

Bei allen zur Verfügung stehenden Softwarelösungen ist es beim Remote Leadership nach wie vor von zentraler Bedeutung, dass die Führungskraft führt. Denn auch bei Remote Leadership gilt bei Führung geht es um Menschen – nicht um Tools. Denn wenn die Führung nicht gut ist, begeisternd, klar, offen, feedback-reich, ergebnisorientiert, …, bekommt man durch den Einsatz von Tools keine bessere Führung. Wieder einmal bewahrheitet sich: if you automate mess, you`ll get automated mess!

Die 10 wichtigsten Regeln für Remote Leadership

1. Gehen Sie als digitales Role-Model voran: dazu brauchen Sie mehr als die Basis-Kompetenzen für Digitalisierung – experimentieren und lernen Sie gemeinsam im Team. Nutzen Sie Best-Practice!

2. Definieren Sie Strukturen (Rollen, Aufgaben, Verantwortung) neu: alte Strukturen in ein verändertes Modell zwängen, wird nicht erfolgreich sein.

3. Definieren Sie klare Verhaltensregeln für die virtuelle Zusammenarbeit.

4. Ohne Kontrolle geht auch Remote Leadership nicht: legen Sie klare Rahmenbedingungen, Prozesse und Termine fest.

5. Sorgen Sie für ausreichend Ressourcen und teilen Sie Informationen, um Vertrauen aufzubauen.

6. Bereiten Sie Meetings gut vor und halten Sie sie knackig und kurz: nie ohne Agenda!!! Die Ergebnisse gleich während des Meetings verschriftlichen (collaborative editing).

7. Setzen Sie möglichst Tools ein, die bekannt oder zumindest einfach zu lernen und zu handhaben sind.

8. Nutzen Sie so wenige Tools wie möglich und so viele wie nötig! Weniger ist auch hier mehr!

9. Vereinfachen Sie Arbeitsabläufe und Prozesse durch Digitalisierung.

10. Mitarbeiterorientierung ist Prinzip und Grundhaltung zugleich: Offenheit, echtes Interesse am Menschen und viel Feedback genauso wie Klarheit, Disziplin und Ergebnisorientierung.

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